stefan wais

 

stefan ist dj aus leidenschaft.

wer ihn bucht, kann sich daraufverlassen, dass er schon beim

warm-up richtig gas gibt und vomersten tune an die leute mitreißt.partymusik auf höchstem niveau. vor zwölf jahren als dancehall mc angefangen, fokussiert sich stefanjetzt ausschließlich aufs auflegen.
was ihn besonders macht, ist, dass er nicht auf einer schiene hängengeblieben ist, nur weil siefunktioniert. ihn interessiert das neue, die weiterentwicklung. so hat er dann auch das potential anderer musikalischer einflüsse erkannt und (ver-)mischt, was das zeug hält. einer dieser einflüsse ist moombathon, ein aus house und reggaeton entstandenes fusionsgenre und soca, karnevalsmusik aus trinidad und tobago.

manchmal hat stefan nämlich das gefühl, die leute haben angst davor, wirklich spaß zu haben und sich gehen zu lassen. er dagegen fürchtet sich
nicht davor, auch in der eingefleischten dancehallszene dem gangstertum gute stimmung entgegenzusetzen. früher noch nicht so differenziert, hat sich über die
jahre sein bezug zur musik verändert. heute würde er nichts mehr spielen, das er nicht vertreten kann. ein 1½ stunden set mit “aggro-mucke” interessiert ihn nicht. das ist was fürs fitnesscenter, ohrstöpsel rein, sandsack und abreagieren. stefan will gute vibes auf seinen parties. der dancehall hat sich, seiner meinung nach, in die falsche richtung entwickelt. einzelne individuen, wie vybz kartel, haben die ganze szene in missgunst gebracht. mit themen
wie sexismus, homophobie und gewalt kann und will er sich nich identifizieren. jetzt ist soca zwar auch nicht die lyrische erleuchtung, aber der fokus liegt darauf, spaß zu haben, unabhängig von herkunft, hautfarbe und sexueller orientierung. stefan hat das gefühl, als dj einen bildungsauftrag zu haben. er will sein publikum erziehen, ihm neues bieten, weg von clichés, weg von monotonie. das kommt an. Und wie man bei den ready to rumble veranstaltungen
im leopold sehen kann, auch bei einem breitgefächerten publipretty fly for a white guy
stefan wais kum. den r2r jungs ist stefan gleich mehrfach dankbar. dafür, dass sie die nicesten parties organisieren, dafür, dass sie ihn auch nach seiner zusammenarbeit mit dem soundsystem passenjah beibehalten haben und für die offenheit gegenüber seinen ideen neues
auszuprobieren. ohne r2r wäre er nicht dort, wo er heute ist und
wohl auch umgekehrt. alles was  stefan auflegt trägt übrigens das
livio-gütesiegel: ein tune, auf den sein fast dreijähriger sohnemann nicht abgeht, fliegt sofort
wieder raus. neben seinen all-time-favorite alben, black woman and child
(sizzla), the score (fugees) und 36 chambers (wu tang clan) hört stefan, vor allem durch seine
frau, soul und r´n´b und meint,  auch austropop gehört gehört. er findet daran auf jeden fall nichts
peinlich und hat für sich persönlich schon schätze entdeckt,

die inhaltlich, für manche wohl überraschend, heutigen hip hop- und  dancehallnummern um nichts nachstehen, wie zum beispiel wolfgang ambros' “du schwarzer afghane”, der es damals freilich nicht ins radio geschafft hat…

 

text: berit glaser