maurer & novovesky

maurer & novovesky
mathias novovesky wollte schon als kind kabarett machen. er hat hinterholz 8 gesehen, roland düringers kabarett auswendig gelernt und dann in einer ecke im schulhof nachgespielt. daniel maurer war als kind recht schüchtern. er hat versucht, ein programm von alexander bisenz zu transkribieren. eine A4-seite hat er geschafft, vorgetragen hat er sie nie. 2009 war dann alles anders und daniel hat begonnen im solo kabarett zu machen. über den weg gelaufen sind sich die beiden vor etwa drei jahren. drei zufällige begegnungen hat es aber auch gebraucht, bis es mathias aufgefallen ist, dass daniel ja eigentlich auch ein junger mensch ist und man da doch auch mal gemeinsam was machen könnte und so war's dann auch. direkt politisches kabarett wollten die jungs nicht machen,  gut gesellschaftskritisches sehr wohl. in ihrem aktuellen programm bald verschwimmen die grenzen zwischen klassischem kabarett und theater. worüber daniel nicht lachen kann, sind witze über hc strache. er will sogar der erste österreichische kabarettist sein, der berühmt wird, ohne den namen dieses politikers je auf der bühne in den mund genommen zu haben. für mathias wäre es das höchste der gefühle, irgendwann einmal vom fernsehen zensiert zu werden. und natürlich das berühmt werden. darum geht es auch in ihrem neuen programm bald, das am 14. november in der urania premiere feiert. überhaupt bearbeiten die beiden kabarettisten ihre eigenen ängste und probleme mit der gesellschaft auf der bühne. so setzten sie sich in ihrem letzten programm haarige weihnachten mit mathias' tief sitzendem weihnachtstrauma auseinander. der stress, der stromverbrauch, josef und maria und dass wir in den 2000 jahren offensichtlich nichts dazugelernt haben, sitzen wir doch fett in unserer herberge, sagen den asylwerbern, dass wir keinen platz haben und jesus kommt in traiskirchen zur welt. sie machen sich generell hauptsächlich über dinge lustig, die sie selbst sehr beschäftigen. wie onanieren und die öbb. wenn daniel auf der bühne witze über die öbb macht, dann ist das für ihn wie mit dem onanieren: während er es tut, ist es geil, aber danach bleibt so ein komisches gefühl... mathias kennt derlei empfindungen nicht, wohl aufgrund seiner weniger katholischen erziehung. er versteht dafür nicht, warum er selbst lieber mit einer schönen frau über irgendeinen blödsinn redet, als mit einer nicht schönen über etwas intelligentes. goethe zum beispiel. vollblutkabarettisten sind sie beide. wobei daniel nicht auf den körperlichen ausgleich als saisonaler schafscherer verzichten möchte und mathias nur wenn es wirklich nötig ist spargel abseits der bühne verkauft. selber gehen die jungs selten ins kabarett, weil's so teuer ist. um anderen menschen solche überlegungen zu ersparen, spielen sie gegen freie spenden. selbst schuld also, wer sich bald, das nun schon dritte programm der beiden künstler, entgehen lässt, vor allem, weil sie sich dieses mal WIRKLICH mühe gegeben haben...

www.maurer-novovesky.at
„BALD“ premiere 14. november 2014 / URANIA